Der Kreisheimatbund Bersenbrück - ein Abriss der Entwicklung von 1885 bis 2001

Wer sich mit Fragen der Heimatpflege im Altkreis Bersenbrück während der vergangenen Jahrzehnte beschäftigt,
stößt unwillkürlich auf die Arbeit des hier tätigen Kreisheimatbundes Bersenbrück (KHBB).

Diese Dachorganisation, der z.Zt. (2001) 31 Heimat-, Verkehrs- und Verschönerungsvereine, die Kommunen des Altkreises Bersenbrück, mehrere Institutionen und Einzelmitglieder angehören, kann auf mannigfaltige Aktivitäten und Leistungen zum Wohle einer liebens- und lebenswerten Umwelt - um im Sprachgebrauch zu bleiben, sollte man hier lieber Heimat sagen - zurückblicken.

Als sich im Zusammenhang mit der Gebiets- und Verwaltungsreform im Jahre 1972 aus den Kreisen Bersenbrück, Melle, Osnabrück und Wittlage der Landkreis Osnabrück bildete, entschied sich der KHBB insbesondere vor dem Hintergrund seiner geschichtlichen Entwicklung, selbständig zu bleiben und nicht in einem Heimatbund für den gesamten Landkreis aufzugehen. Mit dem damals entstandenen Heimatbund für das Osnabrücker Land (HBOL) besteht eine freundschaftliche und konstruktive Zusammenarbeit. Das Wirken beider Heimatbünde im Landkreis Osnabrück mit seinen sehr unterschiedlichen Strukturen in den einzelnen Regionen hat sich insgesamt als vorteilhaft erwiesen.

Der gegenwärtige Kreisheimatbund Bersenbrück e.V. hatte zwei Vorgänger. Bereits im Jahre 1885, im Jahr der Gründung des Kreises Bersenbrück, wurde im Kirchspiel Badbergen ein "Verein für die Geschichte und Altertumsforschung des Hasegaues" ins Leben gerufen. Maßgeblicher Mann dieses Vereins war Wilhelm Hardebeck aus Ankum, der zusammen mit anderen Heimatforschern viel heimatkundliches Material zusammen trug. Dieses Material wurde in 20 Heften seiner "Mitteilungen" bis zum Jahre 1920 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Es bildet noch heute eine wichtige Grundlage in der Heimatforschung und wurde in der Reihe "Kultur im Osnabrücker Land" des Landkreises Osnabrück neu herausgegeben.

Am 25.07.1933 entstand nach dem Vorbild des Badberger Altertumsvereins der "politisch verordnete" Kreisheimatbund des Kreises Bersenbrück. Dieser zweite Vorgänger des heutigen Kreisheimatbundes sollte und wollte die Tätigkeit des Badberger Vereins auf eine breitere Basis stellen, um weitere Bevölkerungskreise (das gesamte Kreisgebiet) für den Heimatgedanken zu gewinnen. Erfahrene Heimatfreunde mit viel Idealismus gehörten zu den Vorstandsmitgliedern dieses Bundes. Der 1933 gegründete Kreisheimatbund hat sich kaum prägend auswirken können. Gleich bei Kriegsbeginn 1939 ruhte die Arbeit. Während der unheilvollen Kriegsjahre mit all ihren Wirren ließ sich kaum Heimatpflege im heutigen Sinne durchführen.

Als sich nach dem Kriege die wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse allmählich stabilisierten, fanden sich einige bereits früher aktive Heimatfreunde zu gemeinsamer Arbeit zusammen. Es wurde ein Ausschuss zur Neugründung des Kreisheimatbundes gebildet.

Am 23.06.1951 konnte dann in Fürstenau der Kreisheimatbund Bersenbrück e.V. (KHBB) erneut ins Leben gerufen werden. Als Hauptaufgaben in den ersten Jahren nach der Gründung sahen Kreisheimatbund und die örtlichen Heimatvereine die "Weckung und Stärkung des Heimatgefühls der Bevölkerung des Kreises sowie das Bewußtmachen der Notwendigkeit heimatpflegerischer und kultureller Betätigung". Verwirklicht wurde diese Zielsetzung in einer Fülle von Aktivitäten: Arbeitstagungen, Vorstands- und Beiratssitzungen in den Städten und Dörfern des gesamten Kreises Bersenbrück, Heimat- und Klönabende, Lichtbildervorträge, Heimatfilmvorführungen, Dichterlesungen, Sternwanderungen, Preisausschreiben für die Schulen sowie Studienfahrten. Das Entstehen und Wiederbegründen örtlicher Heimatvereine waren und sind Auswirkungen der Arbeit des KHBB.

Ein wesentlicher Bestandteil der Aktivitäten des KHBB war von Anfang an und ist bis heute die Herausgabe von Heimatschriften. Neben der Herausgabe oder Unterstützung von Einzelwerken sind vor allem die "Mitteilungen" und die "Schriftenreihe" zu einer festen Einrichtung geworden. Der "Heimatkalender für den Kreis Bersenbrück", ab 1969 mit seiner Fortsetzung als "Heimatjahrbuch" und seit 1974 gemeinsam mit dem HBOL herausgegeben, stellt die Verbindung zwischen dem Vorstand des KHBB und den Mitgliedern her. Seit 1951 erscheint sechsmal im Jahr die beliebte Zeitungsbeilage "Am heimatlichen Herd". Inzwischen sind die Ausgaben von 1950 bis 1990 als Faksimile-
Buch erschienen; die Fortsetzungen werden folgen.

Die Frühwanderung am 01.05. in der Maiburg, die Sternwanderung, das "Offene Singen", die Studienfahrt - bereits über 30 Mal -, der Kreisheimattag in wechselnden Gemeinden, die Jahresabschlusstagung mit "Kohlessen", Arbeitstagungen und der Literaturkreis gehören heute zum festen Jahresprogramm des KHBB. Er ist Mitglied in weiteren Verbänden wie dem Wiehengebirgsverband Weser-Ems und dem Niedersächsischen Heimatbund.

Die Geschichte des KHBB ist für den jetzigen Vorstand Verpflichtung und Aufgabe, auf dem von den Vorgängern begonnenen und über
viele Jahrzehnte bewährten Weg der Heimatpflege - getreu dem Motto "Die Vergangenheit kennen lernen, um die Gegenwart zu bewältigen und der Zukunft mit Optimismus entgegenzusehen".

Wer noch mehr wissen will über die Geschichte des Kreisheimatbundes, dem sei unser Buch empfohlen: Arnold Beuke - Jutta Böning “Erinnerung bewahren - Heimat gestalten - Wandel begleiten” (siehe auf dieser Homepage unter “Bücher für Sie”)
 

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